„Der Moment, an dem du dich am glücklichsten gefühlt hast“

Schon so und so oft gelesen in anderen blogs, aber einfach wahr:

die Geburt meiner Mädels.

Sorry Sohnemann, auch Deine Geburt war ein grandioses Erlebnis, das aber leider im Krankenhaus stattfand. Ich fühlte mich furchtbar fremdbestimmt und gegängelt… Es war halt – und das ist das besondere an DEINER Geburt – das allererste Mal…

Nach dieser Erfahrung habe ich euch, meine Mädels, zu Hause bekommen, im eigenen Schlafzimmer (allerdings gut vorher geplant, mit Betreuung durch eine Hebamme und einem Arzt in der „Hinterhand“, der sich bereit erklärt hatte, notfalls dazu zu kommen). Du, meine Große, (du hast es schon hundert Mal gehört), warst fixer als die Hebamme – die traf erst 10 Minuten nach dir bei uns ein. Da hatten wir uns schon bekannt gemacht, und Papa hatte dich abgenabelt und warm eingehüllt.  Der Arzt konnte zu Hause bleiben, dafür kamen die Nachbarn und standen als Begrüßungskommittee Spalier am Bett.

So schnell wollte ich es bei dir, meiner Jüngsten, dann doch nicht haben… Trotz Wehen empfingen wir noch den Sonntagsbesuch und tranken Kaffee. Nach einem wehenfördernden „Nachmittagsspaziergang“ jedoch schickten wir den Besuch für drei Stunden zu Nachbars (die mitfieberten) und riefen stattdessen nach der Hebamme, die diesmal erstaunlich schnell zur Stelle war- der Lohn fürs Warten der Gäste war, dass Tante und Onkel die kleine neue Erdenbürgerin dann gleich nach der Begrüßung baden durften – eine halbe Stunde nach der Entbindung.

Nach meinen Geburten war ich nie müde (was im Krankenhaus einfach nicht akzeptiert wurde), sondern hatte einen euphorischen „kick“, der mich in Feierlaune versetzte… Im Krankenhaus bin ich die ganze Nacht die Gänge herauf- und heruntergeirrt (gegen das Gequengel der Schwestern, die meinten, ich hätte gefälligst müde zu sein), daheim, nun ja: feierte ich, mit Mann und Hebamme, Kind und Kegel… (bevor dann die große Müdigkeit kam…)

Um es hier einmal öffentlich zu sagen (das war mir wichtig):

Schwangerschaft ist keine Krankheit und eine NORMALE Geburt ist kein medizinischer Notfall (sonst hätte die Menschheit wohl kaum so lange überlebt). Sie ist, und das wird in Krankenhäusern leider manchmal vergessen, ein unglaublich tiefes einschneidendes lebensveränderndes dramatisches tolles Erlebnis. Ob sie normal verläuft, hängt auch mit davon ab, wie wohl und geborgen sich die Frau dabei fühlen darf.

Das kann sowohl in der Klinik (gibt manchen ein Sicherheitsgefühl) als auch zu Hause (war bei mir so) der Fall sein. Niemand sollte sich dafür rechtfertigen müssen, wo sie ihr Kind bekommt.

Keine Frau muss sich für Komplikationen rechtfertigen, die sehr verschiedene Gründe haben können.

Keine Frau sollte sich rechtfertigen müssen für einen begründeten Kaiserschnitt, für die Einnahme von Schmerzmitteln oder für die Verweigerung derselben.

Wir sind hier in einem menschlichen Bereich, in dem der Begriff „Schuld“ – und somit auch „Rechtfertigung“ nicht anwendbar ist und keine Rolle spielt. Leben passiert.

 

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