Erwachsen mit 18

„Kinder“ und „Jugendliche“ werden in verschiedenen Kulturen recht unterschiedlich gesehen und behandelt. Während einigermaßen Konsens herrscht, dass kleine Kinder (unter 10 Jahren) andere Bedürfnisse, Rechte und „Pflichten“ haben als Erwachsene, gehen die Meinungen bei Teenies bereits weit auseinander.

Das fängt an mit der unterschiedlichen Definition von „Volljährigkeit“ (zwischen 16 – 21 Jahren, je nach Land) und zieht sich durch bis ins Arbeits- und Strafrecht: Je nach Land sind Menschen bereits ab 7 Jahren (!) voll strafmündig:

Rechtliche Situation in anderen Ländern

Ab dem … Lebensjahr als strafmündig bewerten:

  • 7 Jahre: Bangladesch, Indien, Myanmar, Nigeria, Pakistan, Südafrika, Sudan, Tansania, Thailand
  • 8 Jahre: Indonesien, Kenia, Schottland
  • 9 Jahre: Äthiopien, Iran (nur Mädchen), Irak, Philippinen
  • 10 Jahre: Nepal, Australien, Ukraine
  • 11 Jahre: Türkei
  • 12 Jahre: Kanada, Irland, Israel, Korea (Rep.), Marokko, Uganda
  • 13 Jahre: Algerien, Frankreich, Polen, Usbekistan
  • 14 Jahre: China, Dänemark, Estland, Italien, Japan, Rumänien, Russland, Slowenien, Vietnam
  • 15 Jahre: Ägypten, Finnland, Norwegen, Schweden, Island, Philippinen, Iran (Jungen)
  • 16 Jahre: Argentinien, Spanien, Portugal                                                                                (Quelle: Wikipedia)

Die Entwicklung in unserer eigenen Gesellschaft scheint mir gerade konträr in 2 Richtungen zu gehen:

EINERSEITS zieht man das (mildere) Jugendstrafrecht durch bis 21 Jahre und räumt Jugendlichen recht große „Schonräume“/“Freiräume“ ein unter dem Motto: „du bist noch nicht voll verantwortlich für das, was du tust;

ANDERERSEITS gibt es immer wieder Diskussionen um „mehr Rechte für Jugendliche“, z.B.:

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:teenies-am-steuer-cdu-will-fuehrerschein-fuer-16-jaehrige/70024182.html

http://ich-will-waehlen.de/index.php?kat=Texte&titel=Jugendliche+sind+B%FCrger+erster+Klasse!

Darüber hinaus mutet man der jungen Generation das „Turbo-Abi“ in 12 Jahren zu und setzt sie immer mehr gesellschaftlichen Einflüssen aus, die nichts mehr mit „behüteter Kindheit“ zu tun haben.

Für mich ergeben sich folgende Fragen:

Wann ist ein Mensch wirklich „erwachsen“ im Sinne von „reif“ (z.B. wg Wahlrecht ausüben mit fundierter eigener unmanipulierter Meinung)? (Ich weiß, manche sinds nie, aber wo soll man altersmäßig die Grenze ziehen?)

War das früher anders, da Jugendliche schon viel früher gefordert wurden im Sinne von „Einstieg ins Arbeitsleben mit 14/15“ (wo sie heutzutage von keinem Arbeitgeber gerne genommen werden, da sie arbeitsrechtlich noch sehr eingeschränkt sind)?

Wann sollte Jugendlichen wie viel Verantwortung (und für was) übertragen werden – und sollte  „Verantwortung“ nicht auch gekoppelt sein mit möglichen strafrechtlichen Konsequenzen? 

Wie lange sollen Schonräume und Sonderregelungen für junge „Täter“ bei Straftaten gelten?

Wie lange muss man Kinder (und: vor was?) bewahren (FSK-Regelungen)?

Wann hört Kindheit auf…?

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