Anleitung: Wie man Hass und Zwietracht schürt / oder: Agitatoren erkennen – Grundkurs

Umbenennung des Martinsfestes  – Sonne, Mond und Sterne

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/umbenennung-des-martinsfestes-sonne-mond-und-sterne-12654476.html

„Sonne, Mond und Sterne-Feier“: Sankt-Martin-Fest umbenannt – Kita erhält anonyme Gewaltdrohungen

http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-34525/nach-umbenennung-in-sonne-mond-und-sterne-feier-zoff-um-den-heiligen-sankt-martin-kita-erhaelt-anonyme-gewaltdrohungen_aid_1150420.html

Debatte um Sankt-Martins-Züge Linkspartei will überall „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“

http://www.express.de/politik-wirtschaft/debatte-um-sankt-martins-zuege-linkspartei-will-ueberall–sonne-mond-und-sterne-fest-,2184,24906288.html

Eine Bestandsaufnahme:

Kulturell verankert gibt es seit Jahrhunderten (?) im mitteleuropäischen Raum am 11. November Laternenumzüge, die zu Ehren des (Heiligen) Martin von Tours stattfinden. Diese Laternenumzüge sind oft mit einem kleinen oder großen Kinderfest verbunden.

Das Fest HATTE konfessions- und religionsübergreifend große Akzeptanz, da der Inhalt, um den es geht (neben Gesang und Lichterglanz), mit einem Wert zu tun hat, der für alle Menschen gelten sollte: Solidarität und Hilfsbereitschaft mit den Armen und Schwachen. Damit konnten sich sowohl Christen verschiedener Konfessionen, Musllime als auch Agnostiker und Atheisten identifizieren: geht es doch nicht um ein angenommenes höheres Wesen, sondern um das Gedenken an einen vorbildlich handelnden Menschen, der einem gesellschaftlichen Missstand begegnete. Damit konnte man auch als Nichtgläubiger „leben“.

Darum auch sind St. Martinsfeiern, wenn der gedankliche Hintergrund von den Organisatoren bedacht wird, immer verbunden mit einer Wohltätigkeitsaktion.

Darum wohl, wenn nicht nur um der abendländischen Tradition willen, wurden Martinsfeiern auch in staatlichen und nichtkirchlichen privaten Einrichtungen abgehalten – wenn etwas stimmungsvoll, Kinder begeisternd, werteschöpfend UND inhaltlich stimmig ist, warum nicht?

Nun kommt eine Presse (oder war es, laut FAZ, doch ein blog, der eine kurze Zeitungsnotiz aufbauschte?) daher, die die political correctness einer Kita lobt, die angeblich St. Martin aus ihrem Laternenfest entfernt hat zu Gunsten von „Sonne, Mond und Sternen“.

Effekte:

> die extreme Rechte freut sich: was für ein wunderbarer Ansatz, um Ausländerfeindlichkeit zu schüren! DIE Muslime (die im übrigen dazu vorher gar nicht befragt wurden) wollen uns UNSERE Kultur rauben! Klasse Grund für ein bashing gegen Menschen anderer Kulturen und gegen Befürworter multikultureller Vielfalt, und ach, nehmen wir die Kita-Kinder doch gleich mit in den Schwitzkasten, sollen sie lernen, was für Rechte Teutsche Kultur heißt: Laterne laufen unter Polizeischutz…

> Die extreme Linke dagegen hat wieder mal einen Aufhänger, um sich wichtig zu machen: niemand darf ausgegrenzt werden! Totale Säkularisierung bis zur Unkenntlichmachung unserer kulturellen Besonderheiten, werft die europäische Geschichte über Bord, löscht sie, wie es George Orwell in 1984 empfohlen hat und endlich sind alle gleich – bis auf die Gleicheren, die bestimmen, wie die Klone fürderhin auszusehen haben… 

> währenddessen: die Muslime sind verdutzt und beteuern, dass hier überhaupt nicht in ihrem Namen gesprochen wird, sie hätten doch gar kein Problem damit, sie HATTEN jedenfalls keines, bis man sie von links darauf hinwies, dass sie eins zu haben haben – und von rechts, dass sie ab sofort eines haben, da sie unsere Kultur verschandeln…

 

Resumee:

dazugewonnen: gegenseitige Ressentiments, Ärger, Verunsicherung,Wichtigtuerei, Schlagzeilen

über Bord gegangen: ein friedliches stimmungsvolles Kinderfest, der Gedanke der Mitmenschlichkeit, positive Traditionen, ein buntes solidarisches Miteinander.

Woran hings?

Letzendlich an dem kleinen, perfiden Wörtchen UMBENENNUNG.

Hätte die ursprüngliche Nachricht gelautet: „Die Kita in Homburg feiert ein Sonne, Mond und Sterne Fest mit Laternen.“ – – –

Jou, schön für sie, es gibt viele Laternenfeste / Lichterfeste ohne religiösen / traditionellen Bezug. Ich ging z.B. gerne mit der Gästeschar nach Kindergeburtstagen im November mit Laternen nach Hause – ein gelungener Abschluss!

Das Wort UMBENENNUNG impliziert jedoch, dass an dem Martinsfest etwas falsch ist, dass „Martin“ daraus weggenommen werden muss, damit es für alle akzeptabel ist – und es MUSS für alle akzeptabel gemacht werden (Warum eigentlich? – Warum muss ich einer gewaltig überwiegenden Mehrheit etwas wegnehmen, mit dem sie ganz glücklich ist, um es einer (von den Linken hypothetisch angenommenen) Minderheit zugänglich zu machen, die damit ohnehin nichts anfangen kann?

 

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s