Mir gäbet nix!

Eigentlich bin ich ja selbst schuld.

Ab und zu spende ich, wenn ich mal Geld übrig habe, an Organisationen, deren Anliegen und Struktur mir seriös erscheinen. Ich bin einfach der Meinung, dass man auch andere teilhaben lassen sollte, wenn einen das Leben in gewisser Weise bevorzugt hat: im reichen, wirtschaftlich halbwegs stabilen, demokratischen, von nur wenigen Naturkatastrophen gebeutelten Europa geboren zu werden, das ist doch schon was…

Logisch, dass meine Adresse dann auch gespeichert wird, und logisch, dass sie über die üblichen dunklen Kanäle auch an andere, teils sehr zweifelhafte Organisationen gerät, von denen ich noch nie was gehört hab…

Das ist die Ursache, dass ich jedes Mal ab November Sooo’n Hals kriege und jedes Mal  zum kategorischen Spendenverweigerer mutiere bis ins neue Jahr hinein:

Spekulierend auf den vorweihnachtlichen Herzerweichungseffekt kommt es nämlich ab November zu einer jährlich heranrollenden Spendenaufruf-Müll-Lawine als da wäre:

Bettel-Post in den letzten 10 (!) Tagen:

> Johanniter

> Ärzte ohne Grenzen

> Deutsches Rotes Kreuz

> misereor

>adveniat

> Greenpeace

> Tasso (Tierschutz)

> World Wild Life Fund

> Lebenshilfe

> Zentrum für seltene Erkrankungen Tübingen

> Kriegsgräberfürsorge

> diverse dubiose Kinderhilfsprojekte, von denen ich noch nie etwas gehört habe

Ich finde die meisten dieser Organisationen nicht verkehrt – aber diese vorweihnachtlich inspirierte schlechtes-Gewissen-Macherei geht mir dermaßen auf den Senkel, dass spätestens ab da mit mir nicht mehr zu rechnen ist.

Womit man mich besonders auf die Palme bringen kann und zum dauerhaften Spendenverweigerer macht, sind inliegende, zu tastende „Gimmicks“ wie ein Freundschaftsbändchen, ein „Glücks-Cent“ oder (zuletzt gefunden) eine ultrakitschige Weihnachtslieder-CD als Vorab-Danke für zu erwartende Kohle, die einen zwingen, den Umschlag zu öffnen, da man das Ganze nicht als Packen in den Papiermüll werfen kann. Neben diesem lästigen Geschäft: Was passiert da eigentlich mit den Spendengeldern? Muss da nicht ein unnötig aufgeblähter Werbeetat zugrunde liegen, der als Nebeneffekt völlig sinnlosen Müll unters Volk bringt? Will den Krempel eigentlich IRGENDWER haben?

Wo ich mich außerdem komplett quer stelle, sind Sammlungsaktionen an der Haustür, egal, was für eine Organisation da kommt. Den Vogel abgeschossen bei mir haben in dieser Hinsicht die Johanniter (die seitdem von mir nie mehr etwas bekommen), die ich FREUNDLICH abwies mit dem Hinweis auf meine Vorlieben in punkto Spenden (ich gebe NICHT bar, ich überweise so viel ICH will, wenn ICH das will und gerade kann) – und mich dafür als asozialen Lügner und Heuchler beschimpfen lassen musste (von wegen „das sagen sie alle“). 

Dann wirds Januar, und die Lage beruhigt sich wieder auf dem Bettelbriefsektor…:

Ich bekomme die Spendenbescheinigungen der ZWEI Organisationen, die von mir regelmäßig etwas abgezweigt bekommen, wenns reicht (allerdings nur VOR November 4.gif)… Von beiden bekomme ich einen elaborierten Jahresbericht über den Einsatz der Spenden… und in den ganzen Jahren hat sich EINE Organisation bei mir bedankt. Einfach so. Ohne erneut um Spenden zu werben. Dieser Brief, dünn und einfach, den Werbeetat sicher nicht über die Maßen belastend, hat mich doch sehr überrascht…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s