Sexualerziehung – wie denn nun? Teil 1

Bezogen auf meinen vorigen post: Nachdem ich den Eindruck habe, dass die Unterzeichner von Stängles Petition keinen blassen Schimmer haben, wie Sexualerziehung in der Praxis denn überhaupt aussieht / aussehen kann, hier eine kleine Aufklärung über die Aufklärung (vollkommen legal sowohl nach altem Lehrplan als auch nach der geplanten Reform):

TEIL 1 – Bei den „Kleinen“

 

> Nur DIE Themen sind sinnvoll und altersgemäß, nach denen Kinder / Jugendliche auch fragen. Die sind dann aber auch notwendig und wichtig! Kinder künstlich an irgendetwas heranführen zu wollen, was sie noch gar nicht interessiert, ist dagegen eine Überforderung. Allerdings fragen auch kleine Kinder schon ganz schön viel…

 

Beispiel: Schon Kindergartenkinder interessieren sich dafür, wie und wieso Mädchen sich von Jungs unterscheiden, woher sie kommen, warum die Tante einen so dicken Bauch hat, wie das Baby da rein kommt, und wieder raus.

 

Dafür gibt es auch ein paar ganz tolle kindgemäße Bilderbücher, hier ein schräges, aber nettes Beispiel:

 

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Handlung: Mami und Papi haben sich vorgenommen, mit den Kindern über Sexualität zu reden und erzählen ihren Kindern einen Haufen Bockmist (z.B. Mami hat ein Ei gelegt). Dabei machen sie die Rechnung ohne ihre aufgeklärten Kinder, die sich darüber kaputtlachen und ihre Eltern mal so richtig (mit Strichmännchen) aufklären – über die Verschiedenheit der Geschlechter, darüber, wie Mamis und Papis zusammenpassen1.gif (absolut hinreißend), wie das Baby im Bauch wächst usw.

 

Natürlich gibt es auch weniger „verrückte“ Bücher *gidf*

 

Im Kindergartenalter bis hin zu den ersten beiden Grundschuljahren geht es den Kindern dabei hauptsächlich darum, etwas über sich selbst in Erfahrung zu bringen. Dass Menschen, ob klein oder groß, sich liebhaben können, ist ihnen dabei eine naturgegebene Selbstverständlichkeit (wenn sie nicht aus total kranken Verhältnissen kommen) und ob Mädchen Jungs oder Jungs Jungs umarmen juckt sie  nicht großartig – auf dem Fußballplatz umarmen Männer sich schließlich auch. Von Erotik haben die Kinder VON SICH AUS noch keine Idee, und Details in dem Bereich (von Medien oder großen Geschwistern angebracht) überfordern, stoßen ab und befremden – machen vielleicht sogar Angst. Sexualität ist in diesem Alter schon hauptsächlich mit dem „Sich liebhaben“ von „Mamas“ und „Papas“ und „Kinderkriegen“ (nämlich sie selbst!) gekoppelt.

 

Wichtig ist in dem Alter auch, den eigenen Körper annehmen und wertschätzen zu lernen und ihn nicht als Verfügungsmasse für andere begreifen. Dazu gehört erst einmal die bewusste Wahrnehmung: was finde ich schön, was tut mir gut (von der Mama geknuddelt, vom Papa gekitzelt werden…), was fühlt sich nicht so gut an: und wenns nur das feuchte Küsschen von der Tante ist – ICH darf über meinen Körper bestimmen und nein sagen! MEINE Empfindungen stimmen und müssen respektiert werden! Das eigene Empfinden ist unabdingbar für die sexuelle Identitätsfindung, nicht das, was andere meinen, wollen oder tun.

 

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