Gibt es eine Seele? Meine Antwort (aus einer Diskussion)

*Ärmel hochkrempel*

 

… versuche ich mich mal an einer Definition Beschreibung zur Lokalisation und Aufgabe der Seele, die der Selbstbeobachtung eines jeden zugänglich ist UND wissenschaftliche Erkenntnisse enthält:

 

Neben der Wahrnehmung mit unseren fünf Sinnen gibt es verschiedene Arten von emotionaler Wahrnehmung. En Teil davon lässt sich durch BIOLOGISCHE Vorgänge erklären, zum Beispiel das spontane emotionale Bemutterungsbedürfnis beim Anblick eines „Kindchenschemas“ (hormonell induziert).

 

Daneben gibt es PSYCHOLOGISCHE emotionale Effekte, die eintreten nach einer Konditionierung / Prägung und uns Phänomene in „gut“ oder „schlecht“ (für uns) eingruppieren lässt.

 

Bis hierher trägt der Bewusstseins- / Unterbewusstseins- Begriff, aber:

 

Jenseits davon gibt es m.E. eine SPIRITUELLE Wahrnehmung, die nur über ein „Seele“-Konstrukt erklärt werden kann.

 

Am besten lässt sich das erklären / nachempfinden über das Phänomen der Musik:

 

Musik ist das Aneinanderreihen von Tönen. Rein akustisch genau so wahrgenommen und analysierbar wie alle anderen Geräusche in unserer Umgebung, ABER: auch jemand, der keine Noten lesen kann, Musikstücke nicht „denken“ und analysieren kann, ist in der Lage, Musik zutiefst emotional zu empfinden. Das ist dann nicht nur Echo der Emotionen, die wir gerade in uns haben, nein, Musik ist in der Lage, uns  zu berühren und zu bewegen, unsere Gedanken und Gefühle zu ändern. Sogar Menschen, die im Koma liegen, zeigen emotionale Reaktionen auf Musik.

 

(Und Kühe, die nach Hören von Mozart mehr Milch geben – sowie andere Tiere, woraus man schließen könnte, dass auch Tiere eine Seele haben 1.gif)

 

 

Zerlegt und analysiert man Musik, reduziert sie auf ihre logischen Strukturen und akustischen Schwingungen, erfährt man NICHTS darüber, nur im ganzheitlichen Erleben. Nicht jedem ist jede Musik zugänglich, aber ihre Wirkungen kann man prinzipiell nur erfahren, wenn man sich auf sie einlässt, sich ihr öffnet und sie anhört, Zeit darauf verwendet.

Musik MUSS nicht zwingend von der Seele aufgenommen werden, wenn sie es aber wird, merkt mans 1.gif.

 

Im Laufe unseres Lebens kommen freilich psychologisch erklärbare Effekte dazu, wenn man z.B. auf die typischen Gruselfilm-Melodien reagiert (erworbene Gänsehaut) oder sentimental wird a la „sie spielen unser Lied“ – DAVOR jedoch steht der pure geballte Gesamteindruck wie zum Beispiel hier:   ***  

Das sich-Anrühren-lassen von Musik erklärt sich für mich als eine praktisch jedem Menschen bekannte Regung der Seele. Daneben gibt es noch andere spirituelle Erfahrungen, für die verschiedene Religionen verschiedene Anleitungen geben (Gebets- und Meditationsformen). Auch hier gilt: wissenschaftliche Analyse bringt nicht weiter, ausschlaggebend ist das „sich darauf Einlassen, loslassen, sich Öffnen“. Hier liegt auch die Problematik, denn man macht sich bewusst angreifbar und verletzlich…

 

Seele ist für mich also das Etwas, das uns über das Bewusstsein hinaus zu spirituellen Wahrnehmungen befähigt – schon ein metaphysisches Konstrukt, sicher kein auffindbares „Organ“.

 

Ob die Seele unsterblich ist bzw. ob man über den Tod des Körpers hinaus immer noch mit der Seele wahrnehmen kann?

 

Wir werden’s erleben – oder auch nicht…1.gif

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4 Gedanken zu „Gibt es eine Seele? Meine Antwort (aus einer Diskussion)

  1. Nesselsetzer

    „Auch hier gilt: wissenschaftliche Analyse bringt nicht weiter, ausschlaggebend ist das “sich darauf Einlassen, loslassen, sich Öffnen”.“

    Da unterschätzt Du aber sehr die Wissenschaft. Die ist nämlich gerade dabei, die verschiedenen Wirkungen bestimmter Eindrücke zu untersuchen. Als sicher gilt, dass alle Eindrücke im Gehirn chemisch-neuronale Prozesse erzeugen, die für bestimmte Emotionen zuständig sind. Interessant für Dich wäre sicherlich der Urania-Vortrag von Gerhard Roth, den ich mal in meinem Blog veröffentlicht habe und der für Laien einen verständlichen Einblick in die Gehirne von Mensch und Tier liefert.

    Zusätzlich kannst Du auch etwas über die Banalität mystischer Nahtod-Erfahrungen oder die gleiche Banalität mystischer Visionen lesen.

    Ich denke, dass die Leistungsfähigkeit des Gehirns auch deshalb immer wieder negiert wird, weil sich damit viele Interessen (und Ewigkeitswünsche) bewahren lassen, sei es in der Meditation oder gerade in der Religiosität. Die Ursachen dafür sind jedoch tatsächlich messbar ausschliesslich im aktiven Gehirn zu finden, auch bei einem Komapatienten. Wenn sein Gehirn gar nicht funktionieren würde, gäbe es auch keinerlei messbare Reaktionen. Der Patient wäre dann tatsächlich endgültig und unwiderruflich hirntot.

    Antwort
  2. errollbundelfeuerstein Autor

    auf die Schnelle (denn den Vortrag muss ich mir in Ruhe zu Gemüt führen):
    Ich kenne in groben Zügen die Grundlagen deiner Argumentation, was aber für mich dennoch nicht alle Fragen beantwortet: sind wir den chemischen Prozessen im Gehirn tatsächlich hilflos ausgeliefert, sind unsere Handlungen also quasi chemisch determiniert (was jegliche Vorstellung von Schuld oder Moral ad absurdum führen würde) oder können wir uns für verschiedene Eindrücke „öffnen“ und uns gegen andere „versperren“ (was ich hoffe, wenn wir überhaupt Herren unserer eigenen Existenz sein wollen), und wer oder was ist DANN „letzte Instanz“ ?
    Dass das, was wir als Seele bezeichnen, mit der körperlichen Wahrnehmung zusammenhängt, und sich ihre „Auswirkungen“ in neuronalen Prozessen manifestieren, damit kann ich vorbehaltlos mit.
    Was ich in dem Zusammenhang auch interessant fände zu diskutieren: „Menschen können SICH ändern“ – wenn alle Prozesse chemisch- neuronal determiniert sind, dann gilt das nur mit dem Zusatz „mit Hilfe von anderen, die Einflüsse so verändern, dass eine andere Wahrnehmung ermöglicht wird“ (z.B. durch eine Psychotherapie).
    Können Menschen tatsächlich SICH ändern? Wenn ja, das spricht das gegen eine Determination durch die Chemie in unserem Körper.
    Von mytischen Visionen will ich gar nicht erst anfangen, da gibt es ohnehin zu viel Humbug 🙂

    Antwort
  3. Nesselsetzer

    sind wir den chemischen Prozessen im Gehirn tatsächlich hilflos ausgeliefert,…

    Wie genau die Wechselwirkung stattfindet ist noch nicht hinreichend verstanden, sicher ist aber, und das haben alle bisherigen Untersuchungen gezeigt, dass sich nichts abspielt, ohne dass das Gehirn selbst aktiv ist. Das ist bei Meditation und Nahtoderlebnissen bereits erforscht, auch wenn noch viele Erkenntnislücken existieren. Erwartungsgemäß werden aber diese Lücken in nächster Zeit wissenschaftlich geschlossen.

    Können Menschen tatsächlich SICH ändern?

    Natürlich können sich Menschen ändern, das machen sie ja schon allein durch das Lernen und der in ihrem Leben zunehmenden Bildung, falls sie sich der nicht verschliessen. Falls Du auf eine Wesensänderung anspielst: auch das geht, braucht aber eine gewisse Zeit, da auch hier sich verschiedene Strukturen im Gehirn ändern müssen. Dass wir kraft äußerer Einflüsse und auch aufgrund des eigenen Willen dazu in der Lage sind sieht man nicht nur beim Lernen, sondern auch bei der Sozialisierung durch das sich verändernde Umfeld. Je mehr ein Mensch lernt, umso mehr Synapsen werden geschlossen, wobei nicht benötigte Synapsen langsam wieder schwächer werden. Solche Vorgänge finden auch bei längerwierigen sozialen Umfeldsänderungen statt. Voraussetzung ist aber zum Teil, dass man diese Änderungen auch annimmt und zulässt.

    Ob das Gehirn rein deterministisch arbeitet weiss man nicht, immerhin liefert die Quantenphysik genug Gegenargumente. Diese Zusammenhänge sind allerdings noch nicht komplett verstanden.

    Eines kannst du dir aber sicher sein, egal, was ein Mensch macht, es wird sich immer eine parallel arbeitetende Funktion im Gehirn finden lassen. Eine davon abgekoppelte „Seele“ braucht es dazu nicht, auch keine „letzte Instanz“.

    Antwort

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